Kultmarken

Retro-Symbole all over! Harley Davidson, Lucky Strike, Coca-Cola und Levi`s zählen laut einer Umfrage (unter mehr als 1.300 representativ ausgewählten Haushalten des Emnid-Instituts in Deutschland) zu den angesagtesten Kult-Marken der USA. 91 Prozent der Befragten erkennen auf Anhieb eine Coca-Cola-Flasche am Aussehen sowie am Logo (ist ja auch kein Wunder, dass sich Wodka-Säufer nicht mehr an die Form der Flasche erinnern). Der weiße, verschnörkelte Schriftzug auf rotem Grund gilt nicht umsonst als der bekannteste Markenname der Welt (die “Business-Week” beziffert den Wert der Marke mit 69,6 Milliarden Dollar). Die Eigenschaften, die eine Marke zum Kult machen sind Charakteristika wie “unverwechselbar”, “originelle Werbung”, “Lebensgefühl” und “Produkt-Design”.

Typisch bei Kultmarken ist vor allem die Beständigkeit und Dauerhaftigkeit in unserer beschleunigten Warenwelt. Es gibt eben zum Glück noch Marken, die so gut wie nie den kurzfristigen Modeschwankungen unterliegen. Es sind Marken, die eine eigene, unverwechselbare Geschichte haben; sie zeigen oft auch eine gewisse Gruppen-Zugehörigkeit und grenzen ab vom Gewöhnlichen und Langweiligen! Es liegt auf der Hand, dass auch die Deutschen gezielt zu Traditions-Marken wie Nivea, Milka, Nutella, Bifi, Pril, Pfanni, Maggi, Brand-Zwieback, Afri-Cola, Klosterfrau Melissengeist oder Hohes C greifen.

Das Lebensgefühl, das eine echte Marke transportiert, kann eine Supermarkt-Hausmarke sicherlich nicht ersetzen. Und einige Kunden werden auch künftig gerne bereit sein, etwas mehr zu berappen, wenn sie dafür die “Aprilfrische”, das “Kuschelweich”, oder das “Wohlfühlaroma” bekommen. Die wenigsten Konsumenten wissen übrigens, dass unsere inzwischen wieder geliebte “Afri-Cola” eine deutsche Marke ist. Diese koffeinhaltige Brause wurde 1931 vom Kölner Limo- und Likörfabrikanten Karl Flach auf den Markt gebracht und war nach dem Krieg das meistgetrunkene koffeinhaltige Gesöff. Im Jahr 1968 war eine ganze Generation im “Afri-Cola”-Rausch! Junge Menschen, die sich von den USA wegen des Vietnamkriegs distanzierten, entdeckten sie als einzige erfrischende Alternative zur Coca-Cola. In dieser Zeit, der so genannten three letter words (Apo, Pop und Sex) traf die “Afri”-Kampagne exakt den Lebensnerv der Szene-Gänger.

Das Retro-Revival ist enorm. In der Automobilindustrie wird der Trend ebenso deutlich: Volkswagen hat den Käfer zum “New Beetle” recycelt, BMW brachte den neuen “Mini” (für mich die schönste Retro-Verwandlung), Chrysler den Plastik-Bomber “PT Cruiser” und Ford lässt in den USA den FT 40 wieder auferstehen (ein schönes Gefährt; die Nachfrage ist enorm - aber leider auch der Preis).